Kurzinformationen zur Postexpositionsprohylaxe (PEP)

PEP eine vorsorgliche Behandlung mit starken Medikamenten, die erhebliche Nebenwirkungen haben kann. Sie sollte nur im Falle eines wirklichen Risikos für eine HIV-Infektion zum Einsatz kommen.

Sofortmaßnahmen nach einem Infektionsrisiko

Das Risiko einer HIV- Ü;bertragung hängt immer von Art und Dauer des Kontaktes mit Körperflüssigkeiten ab, die wiederum verschieden infektiös sind. Lediglich bei der Aufnahme von HIV-haltigem Blut, Sperma und Vaginalflüssigkeit in den eigenen Körper besteht ein Infektionsrisiko.

Empfohlen wird eine Postexpositionsprophylaxe, PEP nach:

  • Gebrauch eines Injektionsbestecks, das mit HIV-infiziertem Blut in Kontakt war.
  • Ungeschütztem vaginalem oder analem Geschlechtsverkehr (z.B. infolge eines gerissenen Kondoms) mit einer HIV-infizierten Person.

Angeboten werden kann eine Postexpositionsprophylaxe, PEP nach:

  • Ungeschützter Oralverkehr mit der Aufnahme von Sperma des HIV-positiven Partners in den Mund.

Arzt / Krankenhaus

Vor Beginn einer Postexpositionsprophylaxe, PEP muss von einem Arzt festgestellt werden, ob tatsächlich ein Infektionsrisiko bestanden hat. Es muss ein ausreichend großer Verdacht bestehen, dass der Partner mit HIV infiziert ist, um eine HIV- Postexpositionsprophylaxe, PEP durchführen zu können.

Falls der Partner HIV- Medikamente einnimmt, spielt die Zusammensetzung seiner Therapie, seine Therapiegeschichte, die aktuelle Viruslast und evtl. Resistenzen eine wichtige Rolle bei der Auswahl der PEP-Medikamentation. Diese Informationen sollten dem behandelnden Arzt im Krankenhaus vorgelegt werden!

Außerhalb der Öffnungszeiten von Arztpraxen (abends, Wochenenden, Feiertage) sollte man in die nächstgelegene Notfallaufnahme eines Krankenhauses fahren. Leider bieten nicht alle Notfallaufnahmen eine Postexpositionsprophylaxe, PEP nach "Sexunfällen" an und schon gar nicht rund um die Uhr.

Die Deutsche AIDS- Hilfe hat eine Liste der Krankenhäuser und Kliniken zusammengestellt, die eine Postexpositionsprophylaxe, PEP anbieten.
Dort erhält man die Medikamentendosis, die bis zur nächsten Sprechstunde einer HIV- Schwerpunktpraxis reicht. Für die erforderliche Weiterbehandlung sollte die nächstmöglichen Sprechstunde der Schwerpunktpraxis unbedingt aufgesucht werden.

Es ist Ermessenssache der Ärzte eine Postexpositionsprophylaxe, PEP abzulehnen, wenn nach ihrer Einschätzung ein HIV- Risiko nicht wahrscheinlich ist.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie auf der Beratungsseite der Deutschen Aidshilfe